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Total, ringförmig, partiell? Was ist eine Sonnenfinsternis?

Graphik zur Entstehung der Sonnenfinsternisse. Th. Bär 

So entsteht eine Sonnenfinsternis. Der Mond wirft seinen Schatten auf die Erde, wenn er praktisch zwischen Sonne und der Erde steht. Verschwindet hingegen der Mond im Schatten der Erde, so spricht man von einer Mondfinsternis.

Jemand erlebt eine Sonnenfinsternis, wenn für ihn die Sonne ganz oder teilweise von einem Himmelskörper verdeckt wird. Dieser Himmelsköper ist für uns Erdbewohner (fast) immer der Mond. Man kann dann eine partielle, ringförmige oder totale Sonnenfinsternis erleben.



Partielle Sonnenfinsternis. ©. A Barmettler 
Anblick einer partiellen Sonnenfinsternis

Partielle Sonnenfinsternis: Der Mond bedeckt für den Beobachter einen Teil der Sonne. Der Mond befindet sich zum Teil vor, zum Teil neben der Sonne. Für jemanden, der immer zuhause bleibt, ist dies der bei weitem häufigste Typ von Sonnenfinsternis. Erst wenn der Mond mehr als die Hälfte der Sonne verdeckt, bemerkt man eine deutliche Lichtabnahme. Eine partielle Finsternis kann bis zu drei Stunden dauern. Bis 2081 sind im deutschsprachigen Raum nur partielle Sonnenfinsternisse beobachtbar.



Totale Sonnenfinsternis. ©. R. Brodbeck 
Anblick einer totalen Sonnenfinsternis. © R. Brodbeck

Totale Sonnenfinsternis: Von einer totalen Sonnenfinsternis spricht man, wenn der Mond die Sonne vollständig verdeckt. Es wird (je nach Witterung) so dunkel, dass die hellsten Sterne erscheinen und man sieht die Sonnenkorona um den als schwarze Scheibe am Himmel stehenden Mond. Für einen bestimmten Ort auf der Erde tritt eine totale Sonnenfinsternis durchschnittlich nur alle paar hundert Jahre einmal auf. Eine totale Sonnenfinsternis dauert von wenigen Sekunden bis maximal siebeneinhalb Minuten und ist nur entlang eines bis zu mehreren Hundert Kilometer breiten Pfades aus zu sehen. Neben diesem Pfad und vor und nach der totalen Finsternis findet eine partielle Finsternis von jeweils gut einer Stunde Dauer statt.



Ringförmige Sonnenfinsternis. ©. Barmettler/Brodbeck 
Anblick einer ringförmigen Sonnenfinsternis. © R. Brodbeck

Ringförmige Sonnenfinsternis: Von einer ringförmigen Sonnenfinsternis spricht man, wenn der Mond sich vollständig vor der Sonne befindet, sie jedoch nicht ganz bedecken kann. Es bleibt ein Ring der Sonne übrig. Korona und Sterne bleiben unsichtbar, der Himmel bleibt zu hell. Die ringförmige Sonnenfinsternis dauert von nur wenigen Sekunden bis ca. 12 Minuten und ist nur entlang eines bis zu mehreren Hundert Kilometer breiten Pfades aus zu sehen. Neben diesem Pfad und vor und nach der ringförmigen Finsternis findet eine über eine Stunde dauernde partielle Finsternis statt.



Finsterniskarte. ©. A. Barmettler 
Weltkarte mit Finsternispfad für den 29.3.2006. Entlang des schmalen Streifens durch Afrika und Eurasien ist die Finsternis total, ausserhalb partiell. © A. Barmettler.

Zentrallinie: Unter der Zentrallinie versteht man den Weg, den die Verbindungslinie Sonnenmittelpunkt – Mondmittelpunkt auf der Erde zurücklegt. Von diesen Orten aus sieht ein Beobachter Sonne und Mond für einen Augenblick perfekt hintereinander stehen, sieht je nach Distanz Erde − Mond eine totale oder ringförmige Sonnenfinsternis. Die Zentrallinie ist (in guter Näherung) der Ort der maximalen Finsternisdauer. Die totale/ringförmige Finsternis ist aber auch um die Zentrallinie zwischen den nördlichen und südlichen Begrenzungslinien zu sehen. Trifft der Kernschattenkegel des Mondes die Erde, aber die Zentrallinie, also die direkt Verbindungslinie Sonne−Mond, zieht an der Erde vorbei, so spricht man von einer nicht-zentralen Sonnenfinsternis.

Verfehlt der Kernschattenkegel die Erde komplett aber es findet doch irgendwo gegen die Polgebiete der Erde eine Finsternis statt, so spricht man global von einer partiellen Finsternis. Sonst gibt man die Art der Finsternis auf der Zentrallinie an.

Man muss jedoch beachten, dass man nur in einem schmalen Korridor um die Zentrallinie – dem sogenannte Finsternispfad – eine ringförmige oder totale Finsternis erlebt. Ausserhalb wird man nur eine partielle oder gar keine Finsternis sehen.



Partielle Mondfinsternis. ©. R. Brodbeck 
Anblick einer partiellen Mondfinsternis. © R. Brodbeck

Mondfinsternis: Von einer Mondfinsternis spricht man, wenn der Mond ganz oder teilweise im Schatten der Erde verschwindet. Wenn der Mond ganz in den Schatten der Erde eintaucht so spricht man von einer totalen Mondfinsternis. Ein Astronaut auf dem Mond würde eine totale Sonnenfinsternis sehen. Sind nur Teile des Mondes im Erdschatten (Kernschatten der Erde) spricht man von einer partiellen Mondfinsternis. Mondfinsternisse treten bei Vollmond auf.

Mehr Detailinformationen

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Dr. Roland Brodbeck

astro!nfo